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Rechtstipps:

Schimmel in der Mietwohnung: Diese Rechte haben Mieter in Koblenz und Umgebung  


Schimmel ist schädlich für die Gesundheit und kann die komplette Wohnung unbewohnbar machen. Als sei das nicht schon schlimm genug, entstehen darüber hinaus oft Konflikte zwischen Mieter und Vermieter. So setzten Sie als Mieter Ihre Rechte durch:  


Wie können Mieter gegen Schimmel vorbeugen?

Als Mieter sind Sie verpflichtet, Ihre Wohnung sorgsam zu behandeln und zu pflegen. Das bedeutet auch, dass Sie regelmäßig lüften müssen. Und das ist extrem wichtig, da Schimmel durch nicht ausreichendes oder falsches Lüften entstehen kann.    Schlechtes Lüften kann besonders im Herbst und im Winter problematisch werden. Ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch und in der Wohnung ist es kühl, setzt sich die Feuchtigkeit an den Wänden ab. In Wohnungen kommt schwarzer Schimmel am häufigsten vor. Gleichzeitig ist diese Schimmelart auch die gefährlichste und kann Gesundheitsschäden hervorrufen.    


So heizen und lüften Sie richtig  

Bereits, wenn Sie regelmäßig lüften und richtig heizen, können Sie in vielen Fällen zu hohe Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung und gleichzeitig die Schimmelbildung verhindern.    Generell lüften Sie richtig, wenn Sie alle Fenster der Wohnung etwa 5 Minuten lang so weit wie möglich öffnen – nur das Fenster kippen genügt nicht. Damit die Wohnung nicht zu stark auskühlt, sollten Sie täglich jeden Raum Ihrer Wohnung einmal auf 20 bis 21 Grad hochheizen.  Beachten Sie auch, dass Schimmel entstehen kann, wenn Möbelstücke direkt an der Wand stehen oder lehnen. Kommt es dazu, kann die Luft zwischen Möbelstück und Wand nicht ausreichend zirkulieren und die Schimmelbildung wird begünstigt. Stellen Sie Ihre Möbel am besten vor der Scheuerleiste auf und achten Sie darauf, dass der Abstand ihrer Möbelstücke zur Wand der Dicke der Leiste entspricht.    


Wurde der Schimmel durch Baumängel oder Wasserschäden verursacht, haftet der Vermieter  

Ist der Grund für den Schimmel allerdings nicht ein Fehlverhalten des Mieters, sondern ein Mangel an der Wohnung oder am Gebäude, ist der Vermieter in der Pflicht.    Bei undichten Rohren, schlechter Wärmeleitung im Haus oder zu viel Feuchtigkeit in den Wänden helfen auch optimales Lüften und der sorgsamste Umgang mit der Wohnung nicht weiter. Der Vermieter muss nun Maßnahmen dafür ergreifen, dass die Wohnung schimmelfrei wird.    


So gehen Sie vor, wenn Sie Schimmel in der Mietwohnung entdecken

  • Bemerken Sie Schimmel in Ihrer Wohnung, obwohl Sie korrekt lüften und heizen, informieren Sie Ihren Vermieter so schnell wie möglich. Die Mängelanzeige muss schriftlich erfolgen.
  • Beschreiben Sie darin den Schimmelbefall genau und ausführlich. Wo genau befindet er sich und wie groß ist die betroffene Fläche?
  • Macht Ihr Vermieter Sie für den Schimmel verantwortlich, bleiben Sie konsequent und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Nicht Sie müssen jetzt aktiv werden, sondern Ihr Vermieter. Er muss beweisen, dass die Ursache für den Schimmel kein Mangel an der Wohnung ist. Viele Vermieter versuchen jetzt, hiervon abzulenken. Lassen Sie sich nicht hierauf ein.
  • Erst wenn Ihr Vermieter bewiesen hat, dass der Schimmel nicht durch Mängel an der Wohnung entstanden ist, müssen Sie darlegen, dass Sie richtig geheizt und gelüftet haben.
  • Stellt Ihr Vermieter sich quer, kann ein Anwalt für Mietrecht weiterhelfen.


Weniger Miete zahlen wegen Schimmel in der Wohnung?  

Hat der Vermieter den Schimmel verursacht, ist er nicht nur verpflichtet, den Schimmel zu beseitigen und die Kosten dafür zu unternehmen. Zudem können Sie durchsetzen, dass Sie in der Zeit, in der Ihre Wohnung noch von Schimmel befallen ist, weniger Miete zahlen müssen.    Die Höhe der Mietminderung ist abhängig davon, wie schwer der Schimmelbefall ist und wie stark Ihr Alltag als Mieter dadurch beeinträchtigt ist.


   Handeln Sie nicht überstürzt  

Doch Vorsicht: Kündigen Sie zuerst an, dass Sie wegen des Schimmelbefalls weniger Miete zahlen werden. Denn wenn Sie auf eine Absprache verzichten und Ihnen dabei Fehler unterlaufen – etwa, wenn Sie die Miete um den falschen Betrag mindern –, droht Ihnen im schlimmsten Fall die Kündigung.    Der Vermieter ist nämlich gesetzlich berechtigt, Ihnen fristlos zu kündigen, wenn er zwei Monate in Folge nicht die vertraglich vereinbarte Miete von Ihnen erhält.  


So hoch kann Ihre Mietminderung ausfallen

Die folgenden Urteile basieren auf verschiedenen Gerichtsurteilen, in denen Mieter erfolgreich eine Mietminderung wegen Schimmelbefall vor Gericht erstritten haben:


Höhe der Mietminderung in Prozent

Mangel

7 %

Permanente Feuchtigkeit im Schlafzimmer, von der Decke tropfendes Wasser (Amtsgericht Köln, Urteil vom 2.01.2007, Az.: 206 C 284/04)

15 %

Schimmel an mehreren Stellen in der Wohnung (Landgericht Berlin, Urteil v. 22.10.2010, Az.: 63 S 690/09)

50 %

Schimmelbefall, der 60 % der Wohnfläche bedeckt (Landgericht Hamburg, Urteil v. 31.01.2008, Az.: 307 S 144/07)

80 %

Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche sind extrem feucht und von Schimmel befallen, Landgericht Berlin, Urteil vom 08.01.1991, Az.: 65 S 205/89

100 %

Die Bildung von Schimmel lässt sich nur durch sehr langes Lüften vermeiden (Amtsgericht München, Urteil vom 11.06.2010, Az.: 412 C 11503/09)

100 %

Erhebliche gesundheitliche Gefährdung durch Schimmelpilzsporen in der Wohnung (Amtsgericht Charlottenburg, Urteil v. 09.07.2007, Az.: 203 C 607/06)


Lohnt sich die Beauftragung eines Gutachters bei Schimmel in der Wohnung?

Hier sollten Sie mit Bedacht vorgehen. Vergessen Sie nicht, dass der Vermieter zuerst in der Beweispflicht ist. Er muss ermitteln, ob die Schimmelbildung durch einen Mangel an der Wohnung verursacht worden ist.    Kommt der Fall vor Gericht, wird der Richter üblicherweise einen Gutachter beauftragen. Auch außergerichtlich beauftragen viele Vermieter einen Gutachter, um sich abzusichern.    Beauftragen Sie als Mieter stattdessen auf eigene Faust ein Gutachten über den Schimmelbefall, werden sich viele Vermieter weigern, die Kosten dafür zurückzuerstatten. Diese betragen üblicherweise 400 bis 900 Euro.    


Wer übernimmt die Kosten?  

Stellt sich heraus, dass Sie als Mieter die Schuld für den Schimmelpilzbefall tragen, müssen Sie üblicherweise die Kosten für das durch den Vermieter oder das Gericht beauftragte Gutachten übernehmen.    Im schlimmsten Fall müssen Sie somit die Kosten für zwei Gutachten tragen, wenn Sie überstürzt ein eigenes in Auftrag gegeben haben. Beauftragen Sie deshalb einen Gutachter nur, wenn Sie diesen unbedingt benötigen.


Lassen Sie sich im Mietrecht beraten!


Gutachten, wodurch sich der Schimmel bildet, erstellen auch wir Gewissenhaft und sehr genau! Die Kosten richten sich nach dem Aufwand und der Größe der Wohnung. Selbstverständlich erhalten Sie zuvor einen Kostenvoranschlag!